PrEP einfach erklärt PrEP einfach erklärt

Wie nehme ich PrEP richtig ein?

PrEP kann Dich bei richtiger Einnahme sehr wirksam vor HIV schützen. Du kannst PrEP dauerhaft täglich einnehmen oder gezielt für einen Zeitraum, in dem ein HIV-Risiko bestehen könnte.

Wichtig ist, dass Du weißt, wann Du mit der Einnahme beginnen solltest, wie Du PrEP richtig weiter einnimmst und wann Du sie sicher wieder absetzen kannst.

Tägliche PrEP oder PrEP nach Bedarf: Welche PrEP-Einnahme passt zu Dir?

Nicht jeder Mensch hat dieselben Bedürfnisse, wenn es um HIV-Prävention geht. Vielleicht möchtest Du Dich dauerhaft schützen, vielleicht kannst Du sexuelle Kontakte gut im Voraus planen. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, eine orale PrEP einzunehmen: täglich oder anlassbezogen. Welche Variante für Dich infrage kommt, hängt insbesondere von der Art Deiner möglichen HIV-Kontakte ab. Auch Deine persönliche Situation, Deine Gesundheit und Deine bevorzugte Routine spielen eine Rolle.

Tägliche PrEP

Eine Tablette jeden Tag

 

Bei der täglichen PrEP nimmst Du regelmäßig eine Tablette ein. So musst Du Deine Einnahme nicht jedes Mal auf einen sexuellen Kontakt abstimmen.

Kann besonders gut zu Dir passen, wenn:

✓ Du häufig oder spontan Sex hast.
✓ Du eine feste Einnahmeroutine bevorzugst.
✓ Du Dich über einen längeren Zeitraum schützen möchtest.
✓ Eine anlassbezogene PrEP für Deine Expositionsart nicht empfohlen wird.

PrEP nach Bedarf (2-1-1)

2 – SEX – 1 – 1: So funktioniert die Einnahme.

 

Bei der anlassbezogenen PrEP nimmst Du das Medikament nach einem bestimmten Zeitplan vor und nach dem Sex ein.

Das solltest Du beachten:

✓ Kann für bestimmte Personen und Expositionsarten eine Alternative sein.
✓ Die Einnahme erfolgt nach einem festen Zeitplan vor und nach dem Sex.
✓ Du musst die Einnahmezeiten zuverlässig einhalten können.
✓ Die Eignung sollte vorab medizinisch abgeklärt werden.

Gut zu wissen: Die tägliche PrEP ist die regulär zugelassene Einnahmeform. Die anlassbezogene Einnahme erfolgt außerhalb der Zulassung und sollte ärztlich begleitet werden.

Welche PrEP-Einnahme ist bei welcher Anatomie möglich?

Dein Körper und die Art des Sex spielen eine Rolle

Damit PrEP zuverlässig vor HIV schützen kann, müssen die Wirkstoffe rechtzeitig in ausreichender Konzentration im Körper vorhanden sein. Dabei gibt es Unterschiede zwischen den Schleimhäuten. Besonders im Vaginalgewebe dauert es länger, bis ausreichende Wirkstoffkonzentrationen erreicht werden. Deshalb ist es wichtig, bei der Wahl des Einnahmeschemas nicht nur Deine Anatomie, sondern auch die Art des möglichen HIV-Kontakts zu berücksichtigen.

Erwachsener Mann in einem hellen Wohnraum

Personen mit Penis-Anatomie

Je nach Art des möglichen HIV-Kontakts können grundsätzlich unterschiedliche PrEP-Einnahmeformen infrage kommen.

✓ Tägliche PrEP

Jeden Tag eine Tablette. Diese Einnahmeform kann gut passen, wenn Du regelmäßig oder spontan Sex hast oder eine einfache tägliche Routine bevorzugst.

✓ PrEP nach Bedarf (2-1-1)

Bei bestimmten sexuellen Kontakten kann eine anlassbezogene Einnahme möglich sein. Das Schema folgt dieser Reihenfolge:

2 Tabletten
2–24 Std.
vor dem Sex
♥ SEX Möglicher
HIV-Kontakt
1 Tablette
24 Std. nach
erster Einnahme
1 Tablette
48 Std. nach
erster Einnahme

Merke: 2 Tabletten vor dem Sex, danach jeweils 1 Tablette 24 und 48 Stunden nach der ersten Einnahme.

Wenn weitere mögliche HIV-Kontakte stattfinden, muss die Einnahme entsprechend fortgesetzt werden.

Wichtig: Die Einnahmezeiten müssen zuverlässig eingehalten werden. Ob das 2-1-1-Schema für Dich geeignet ist, sollte mit TestForMe abgeklärt werden.

Rothaarige erwachsene Person mit Tasse in einem hellen Wohnraum

Personen mit Vaginal- oder Neovaginal-Anatomie

Wenn ein HIV-Kontakt über die Vaginal- oder Neovaginalschleimhaut möglich ist, gelten besondere Empfehlungen für die PrEP-Einnahme.

✓ Tägliche PrEP

Für den Schutz bei rezeptivem vaginalem oder neovaginalem Sex wird die tägliche PrEP empfohlen.

Die Einnahme sollte mindestens 7 Tage vor dem ersten möglichen HIV-Kontakt beginnen, damit sich ausreichende Wirkstoffkonzentrationen aufbauen können.

✓ Nach dem letzten möglichen HIV-Kontakt weiter einnehmen

Nach dem letzten rezeptiven vaginalen oder neovaginalen Kontakt wird die tägliche Einnahme noch 7 Tage fortgesetzt.

7 Tage
vorher
♥ SEX Möglicher
HIV-Kontakt
7 Tage
danach

Wichtig: Das klassische 2-1-1-Schema wird für den Schutz bei rezeptivem vaginalem oder neovaginalem Sex nicht empfohlen.

Was gilt bei ausschließlich analem Sex mit Vagina oder Neovagina?

Auch wenn Du eine Vagina oder Neovagina hast, ist entscheidend, über welche Schleimhaut ein möglicher HIV-Kontakt stattfindet.

Wenn Du ausschließlich rezeptiven analen Sex hast und kein vaginaler oder neovaginaler HIV-Kontakt stattfindet, kann eine PrEP nach Bedarf (2-1-1) unter bestimmten Voraussetzungen infrage kommen. Bei einer Neovagina müssen außerdem die individuellen anatomischen Gegebenheiten und die Art der Operation berücksichtigt werden. Lass Dich dazu von TestForMe beraten, bevor Du das Einnahmeschema wählst.

PrEP richtig einnehmen: Starten, Fortsetzen und Beenden

Drei Schritte für Deine PrEP-Routine

Wann Du mit PrEP beginnen solltest, wie Du sie einnimmst und wann Du sie wieder beenden kannst, hängt von Deinem Einnahmeschema und der Art des möglichen HIV-Kontakts ab.

Starten: Beginne rechtzeitig mit Deiner PrEP

 

Bei der täglichen PrEP nimmst Du regelmäßig eine Tablette pro Tag. Wie lange vor dem ersten möglichen HIV-Kontakt Du beginnen solltest, hängt unter anderem von der Art des Sex ab.

Start mit einer Tablette täglich (ohne doppelte Startdosis): Wenn Du direkt mit einer Tablette pro Tag beginnst und keine doppelte Startdosis einnimmst, solltest Du 7 Tage einplanen, bis der Schutz aufgebaut ist.

Bei einer PrEP nach Bedarf (2-1-1) beginnt die Einnahme mit zwei Tabletten gleichzeitig, 2–24 Stunden vor dem Sex. Dieses Schema ist jedoch nicht für jede Art des möglichen HIV-Kontakts geeignet.

Wichtig: Kläre vor dem Start mit TestForMe ab, welches Schema für Dich infrage kommt und ab wann Du ausreichend geschützt bist.

Fortsetzen: Halte Deinen Einnahmeplan zuverlässig ein

 

Bei der täglichen PrEP nimmst Du jeden Tag eine Tablette, möglichst zu einer festen Uhrzeit.

Bei der anlassbezogenen PrEP folgen auf die ersten zwei Tabletten weitere Einnahmen nach einem festgelegten Zeitplan. Wenn Du über mehrere Tage Sex hast, kann es notwendig sein, die Einnahme entsprechend zu verlängern.

Beenden: Setze Deine PrEP nicht zu früh ab

 

Auch nach dem letzten möglichen HIV-Kontakt musst Du PrEP je nach Einnahmeschema noch eine bestimmte Zeit weiternehmen. Wie lange das notwendig ist, hängt unter anderem davon ab, ob ein HIV-Kontakt beim analen, vaginalen oder neovaginalen Sex möglich war. Für unterschiedliche Expositionsarten gelten unterschiedliche Empfehlungen. Deshalb solltest Du die Einnahme nicht eigenständig verkürzen oder beenden.

Wenn Du Deine PrEP absetzen möchtest, kontaktiere uns gerne. Wir helfen Dir dabei, das Absetzen oder Beenden Deiner PrEP sicher zu planen, und begleiten Dich bei den nächsten Schritten.

PrEP vergessen? Das kannst Du jetzt tun

Keine Panik, wichtig ist, was Du als Nächstes machst.

Eine Tablette zu vergessen, kann passieren. Entscheidend ist, wann Du Deine letzte Dosis eingenommen hast, wie viele Tabletten ausgefallen sind und ob es in dieser Zeit zu einem möglichen HIV-Kontakt gekommen ist. Nicht jede vergessene Tablette bedeutet automatisch, dass Dein Schutz verloren gegangen ist. Trotzdem solltest Du mögliche Unsicherheiten ernst nehmen.

Wenn Du nicht sicher bist, ob Du ausreichend geschützt warst, lass Dich möglichst schnell von TestForMe beraten.

Wenn es möglicherweise zu einem HIV-Kontakt ohne ausreichenden Schutz gekommen ist, kann eine PEP (Postexpositionsprophylaxe) erforderlich sein. Sie sollte so schnell wie möglich begonnen werden, spätestens innerhalb von 72 Stunden nach dem möglichen Kontakt.

So vergisst Du Deine PrEP seltener

Smartphone als Erinnerung an die PrEP-Einnahme

Stelle eine tägliche Erinnerung ein

Ein Smartphone-Alarm kann Dir helfen, Deine Einnahme zur festen Routine zu machen.

PrEP-Einnahme als Teil einer täglichen Gewohnheit

Verbinde PrEP mit einer Gewohnheit

Zum Beispiel mit dem Zähneputzen, Frühstücken oder Deiner Abendroutine.

Tablettenbox zur Organisation der PrEP-Einnahme

Nutze eine Tablettenbox

Damit erkennst Du leichter, ob Du Deine Tablette bereits eingenommen hast.

Kleine Reserve der PrEP-Medikation für unterwegs

Hab eine kleine Reserve dabei

So bist Du besser vorbereitet, wenn Du spontan länger unterwegs bist. Achte dabei auf die richtige Lagerung Deines Medikaments.

PrEP im Alltag und auf Reisen

Dein Leben bleibt flexibel. Deine PrEP-Routine kann mitreisen.

Ob Urlaub, Geschäftsreise oder spontaner Wochenendtrip: Mit etwas Vorbereitung kannst Du Deine PrEP auch unterwegs zuverlässig einnehmen.

Pack ausreichend Tabletten ein

Plane die benötigte Menge für Deine gesamte Reise und nimm nach Möglichkeit eine kleine Reserve mit.

Bewahre Deine PrEP griffbereit auf

Im Handgepäck hast Du Deine Tabletten auch dann zur Verfügung, wenn Dein Koffer verspätet ankommt.

Informiere Dich über Einreisebestimmungen

In manchen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von Medikamenten. Informiere Dich vor Deiner Reise und frage bei Bedarf in Deiner Apotheke nach einer Medikamentenbescheinigung.

Achte auf Zeitverschiebungen

Bei Reisen über mehrere Zeitzonen ist es wichtig, die Einnahmeabstände nicht versehentlich zu verändern.

 

Regelmäßige PrEP-Checks: Damit Du gut versorgt bleibst

Sicherer HIV-Schutz bedeutet mehr als die richtige Einnahme.

Auch wenn Du Deine PrEP zuverlässig einnimmst, sind regelmäßige medizinische Kontrollen wichtig. Sie helfen dabei, Deine Gesundheit im Blick zu behalten und Deine PrEP-Versorgung sicher fortzusetzen.

HIV-Tests

Mindestens alle 6 Monate. Regelmäßige HIV-Tests sind wichtig, um eine mögliche HIV-Infektion frühzeitig zu erkennen und Deine PrEP-Versorgung sicher fortzusetzen.

Kontrolle der Nierenfunktion

Bei jeder neuen Rezeptanfrage. Die Kontrolle Deiner Nierenfunktion hilft dabei, mögliche Auswirkungen des PrEP-Medikaments auf die Nieren frühzeitig zu erkennen.

Hepatitis-C- und STI-Tests

Hepatitis-C-Test einmal jährlich. Auch Tests auf andere sexuell übertragbare Infektionen sind wichtig. Denn PrEP schützt vor HIV, aber nicht vor anderen STI.

Bist Du bereit, mit PrEP zu starten, oder möchtest Du Dein PrEP-Rezept erneuern?

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Häufig gestellte Fragen

Du hast noch Fragen zur PrEP Einnahme? Hier findest du die wichtigsten Antworten.

Muss ich PrEP jeden Tag einnehmen?

Nicht unbedingt. Neben der täglichen PrEP gibt es für bestimmte Personen und Expositionsarten auch die Möglichkeit einer anlassbezogenen Einnahme.

Welche Variante für Dich geeignet ist, hängt insbesondere davon ab, wie ein möglicher HIV-Kontakt stattfinden könnte.

Kann ich PrEP nach Bedarf einnehmen?

Bei bestimmten sexuellen Expositionsarten kann eine anlassbezogene PrEP nach dem 2-1-1-Schema möglich sein.

Für rezeptiven vaginalen oder neovaginalen Sex wird dieses Schema nicht empfohlen. Hier ist eine tägliche PrEP mit ausreichender Vorlaufzeit wichtig.

Wie lange dauert es, bis PrEP schützt?

Das hängt vom Einnahmeschema und der Art des möglichen HIV-Kontakts ab.

Bei bestimmten Expositionsarten ist ein Start mit 2 Tabletten 2–24 Stunden vorher möglich. Für den Schutz bei rezeptivem vaginalem oder neovaginalem Sex wird eine tägliche Einnahme über mindestens 7 Tage vor dem möglichen Kontakt empfohlen.

Wie lange muss ich PrEP nach dem Sex weiter einnehmen?

Je nach Expositionsart gelten unterschiedliche Fortsetzungszeiträume:

Bei insertivem Sex und rezeptivem Analsex werden im hier beschriebenen Schema weitere 2 Tage empfohlen, bei rezeptivem vaginalem oder neovaginalem Sex weitere 7 Tage.

Was mache ich, wenn ich eine PrEP-Tablette vergessen habe?

Das hängt davon ab, wann Du Deine letzte Tablette eingenommen hast und ob ein möglicher HIV-Kontakt stattgefunden hat.

Wenn Du unsicher bist, ob Dein Schutz ausreichend war, hole möglichst schnell medizinischen Rat ein. Unter Umständen kann eine PEP notwendig sein.

Schützt PrEP auch vor anderen STIs?

Nein. PrEP schützt vor HIV, aber nicht vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen wie Chlamydien, Gonorrhö oder Syphilis.

Deshalb sind regelmäßige STI-Tests weiterhin wichtig.

Welche Untersuchungen brauche ich während der PrEP?

Zur PrEP-Versorgung gehören regelmäßige HIV-Tests, Kontrollen der Nierenfunktion und STI-Untersuchungen.

Welche Tests wann notwendig sind, erfährst Du auf unserer PrEP-Check-Seite.